Überraschender Durchmarsch für "The Artist" bei den Golden Globes

Vorgestern Nacht wurde in Los Angeles mit Verleihung der diesjährigen Golden Globes endgültig die heiße Phase der Award-Season eingeläutet. In der vom britischen Comedian Ricky Gervais launig, ja schon fast fies moderierten, aber eigentlich wieder immer relativ unspektakulären Show wurden die besten Produktionen für Kino und TV des letzten Jahres ausgezeichnet. Überraschungen gab es außer des erstaunlichen Erfolgs des französischen Stummfilm „The Artist“ aber ansonsten eigentlich wenige. Aber als Stummfilm kann natürlich auch in die Nischenkategorie der fremdsprachigen Filme abgeschoben werden. Schon die Nomiertenlisten zeigten aber dieses Jahr auch sehr viele übliche Verdächtige, wenigsten waren doch durch Bank sehr guten Künstler.
Morgan Freeman bekam mit dem Cecile B. DeMille Award eine Auszeichnung für sein Lebenswerk, die er verdient und sichtlich gerührt von seinem Helden Sidney Portier entgegennahm. Bei den Serien ist positiv zu erwähnen, dass die Newcomer-Serie „Game of Thrones“ mit ihrem Schauspieler Peter Dinklage gleich einen Preis einheimsen konnte. Ansonsten boten die Filmkategorien diesmal noch mehr als sonst einen ziemlich guten Ausblick auf die bevorstehenden Oscars.
Wenn die Globes noch mehr Übereinstimmung mit dem noch größerem Filmpreis erzielen, kann man über kurz oder lang durchaus ihre Relevanz in Frage stellen. Host Ricky Gervais hingegen schaffte es diesmal noch ausfallender als bei seinem umstrittenen Erstauftritt letztes Jahr zu sein. Zwar bleibt die deswegen amüsanter als die steifen Oscars, aber es ist fraglich ob sich die verantwortliche Organisation die Beleidigungsarie noch weiter ansehen will. Um es mit seinen Worten zu sagen: die Show ist ein bisschen wie Kim Kardashian, laut und vulgär. Na dann, Peniswitze, ahoi!
Hier die Liste der Gewinner:
Bester Film – Drama
The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten (The Descendants)
Bester Film – Komödie/Musical
The Artist
Beste Regie
Martin Scorsese – Hugo Cabret (Hugo)
Bester Hauptdarsteller – Drama
George Clooney – The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten (The Descendants)
Beste Hauptdarstellerin – Drama
Meryl Streep – Die Eiserne Lady (The Iron Lady)
Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical
Jean Dujardin – The Artist
Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical
Michelle Williams – My Week with Marilyn
Bester Nebendarsteller
Christopher Plummer – Beginners
Beste Nebendarstellerin
Octavia Spencer – The Help
Bestes Drehbuch
Woody Allen – Midnight in Paris
Beste Filmmusik
Ludovic Bource – The Artist
Bester Filmsong
„Masterpiece“ aus W.E. – Madonna, Julie Frost und Jimmy Harry
Bester Animationsfilm
Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn (The Adventures of Tintin)
Bester fremdsprachiger Film
Nader und Simin – Eine Trennung (Jodaeiye Nader az Simin), Iran
Beste Serie – Drama
Homeland
Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama
Kelsey Grammer – Boss
Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama
Claire Danes – Homeland
Beste Serie – Komödie oder Musical
Modern Family
Bester Serien-Hauptdarsteller – Komödie oder Musical
Matt LeBlanc – Episodes
Beste Serien-Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical
Laura Dern – Enlightened
Beste Mini-Serie oder Fernsehfilm
Downton Abbey
Bester Hauptdarsteller – Mini-Serie oder Fernsehfilm
Idris Elba – Luther
Beste Hauptdarstellerin – Mini-Serie oder Fernsehfilm
Kate Winslet – Mildred Pierce
Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder Fernsehfilm
Peter Dinklage – Game of Thrones
Beste Nebendarstellerin – Serie, Mini-Serie oder Fernsehfilm
Jessica Lange – American Horror Story – Die dunkle Seite in dir (American Horror Story)
Cecil B. DeMille Award (Ehrenpreis)
Morgan Freeman